Was macht einen Kultfilm aus? Das definieren Hugi, Def und Philipp, bevor sie der Frage nachgehen, ob sie noch entstehen – die neuen Filme, die für Gesprächsstoff sorgen, die man regelmäig anschaut, auch mit Freunden. Filme, die man zitiert, die man zelebriert – egal, ob sie richtig, richtig gut sind oder Trash. Aber immerhin unterhaltsamer Trash. Filme, die der Zeit trotzen. Und auch, wenn sie vielleicht nicht zu den großen Preisträgern ihrer jeweiligen Award Season zählten, schaffen sie etwas, das auch Dutzende Auszeichnungen nicht garantieren können – sie bleiben ein Teil der Gesellschaft. Der Kultur. Deswegen: Kult!
Für die Generationen, die aktuell Part of the Medienrezeptions-Game sind, bieten vor allem die 70er bis frühen 2000er noch massenhaft Kultfilme. Man hat sogar das Gefühl, dass es kaum ein größerer Film nicht zu diesem Status schaffte. Die Art, wie man rezipierte, war von vornherein mehr auf Gemeinschaft ausgelegt. Spätestens bei den Free-TV-Premieren schaltete eine ganze Nation gleichzeitig ein. VHS-Kassetten gingen auf dem Schulhof rum, um alle auf den gleichen Stand zu bringen. Die schwere Zugänglichkeit mancher Filme machte sie zum heiligen Gral.
Alles Aspekte, die einen zusammenbrachten. Zum Quatschen, (Aus-)tauschen, gemeinschaftlichen Schauen.
Heute ist die Rezeptionskultur viel zerklüfteter. Zehn verschiedene Leute schauen zehn verschiedene Sachen. Streaming bietet natürlich massig Vorteile, verwirrt aber auch seine AbonnentInnen. Zu viel Auswahl. Was sollen denn jetzt überhaupt alle schauen, damit eine Gemeinschaft drum herum entsteht? Und welchen Wert haben noch Rituale wie gemeinsame Kinobesuche oder Gespräche auf dem Schulhof, nachdem alle am Vorabend die neuste Free-TV-Premiere geschaut haben, wenn das Konsumverhalten heutzutage asynchron ist?
Und noch ein Problem: Filme sind heutzutage so algorithmisch produzierte Vehikel, dass sie kaum noch Reibungsstellen haben. Aber genu die braucht man, um mit ihnen arbeiten zu können. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Film, der nur aalglatt durchrutscht, aber am Ende gar keinen Eindruck hinterlässt. Und dabei vielleicht noch 250 Millionen gekostet hat …
hust hust so ziemlich alles von Disney hust hust
Also einiges zu klären! Aber keine Angst, es gibt auch wieder massig erquickende Anekdoten.
Welche Kultfilme-Rituale hatte unsere Buben-Truppe? Was für krude Action-Streifen prägten ihre Dorfbanden? Was zitieren sie heute noch?
Und wenn das alles erzählt ist, suchen wir sie: die drei, vier Kultfilme, die vielleicht doch noch in den neueren Jahrzehnten erschienen sind.
Zeichnung created by Marcel “Hugi” Hugenschütt
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1 comment on “Gibt es noch neue Kultfilme?”
Früher, zu unserer Jugend vor ca.25 Jahren, konnten Dinge noch besser wachsen. Einiges war vielleicht auch fürchterlich langsam aber heute gibt’s ja jeden Tag was neues. Aber vermutlich sehen das heutige 100jährige auch so ähnlich mit Medien vor dem modernen Film, wie Musik und Büchern. Trotzdem ist es halt so, dass ich die Zeit als die Herr der Ringe-Filme noch neu waren gut nachfühlen kann.
Würdet Ihr eure Letterboxd-Accounts mit mir teilen? Könnt mir ja ne E-Mail schreiben falls Ihr das nicht so offen posten wollt. Mich interessiert sehr was Def noch so an wichtigen Filmen parat hat. Das wäre einfacher als mir einen Karton mit Videokassetten zu schicken.
Wenn Def so von seinen Kids erzählt, komm ich nicht drum herum, mir ihn mit nem weissen Kittel und Clipboard vorzustellen. Aber gut, ich gehör auch zu den Leuten die sich für die Reaktion auf einen Film interessieren.
Von Der Mann der kopierte The Man who copied habe ich auch noch nie gehört. Aber immerhin ist er komplett auf YouTube zu finden.
Wir haben uns mal den Trailer zu Des Teufels Bad angesehen. Ja, wirkt direkt wie so ein Feel Good Movie. Definitiv interessant aber dafür sollte man sich vorbereiten.
Hat einer von euch eigentlich Sonatine von Takeshi Kitano gesehen? Ich noch nicht aber der so einen geilen Soundtrack.
Wenn’s nicht so spät wär, würd ich noch mehr kommentieren.
War wieder eine sehr interessante Folge.